Ich habe funktioniert, war wirksam. Aber ...
Es fühlte sich irgendwie komisch an.

In unserem letzten Impuls sprachen wir über den Wechsel vom unbewussten Autopiloten zur bewussten Selbststeuerung. Heute will ich dir erzählen, warum mir das lange nicht gelungen ist.
Alles im grünen Bereich?
Ich war richtig gut darin, alles am Laufen zu halten. Ich habe funktioniert, war wirksam, habe Entscheidungen getroffen, für mich und für andere.
Morgens der erste Kaffee, dann Vollgas bis abends. Und wenn jemand fragte, wie es geht, sagte ich: Läuft.
Stimmte ja auch. Von außen betrachtet.
Irgendwann fiel mir auf, dass ich abends erschöpft war. Nicht von Dingen, die mir wichtig waren. Sondern von dem, was erledigt werden musste, was andere von mir brauchten. Und das wurde immer mehr.

Ein seltsames Gefühl
Ich war nicht überfordert, ich fühlte ich mich leer. Das war ein Unterschied, den ich übersehen hatte.
Es gab keinen großen Knall. Keinen Zusammenbruch. Nur dieses nagende Gefühl, da muss doch noch mehr sein. Nicht mehr im Sinne von höher, schneller, weiter. Sondern mehr von dem, was wirklich zählt.
Was mir geholfen hat, war keine neue Strategie, keine Methode, kein neues Konzept. Sondern die Erlaubnis, mir selbst ehrliche Fragen zu stellen – und den Kontakt zu meinen wahren Bedürfnissen aufzufrischen.
Fragen am Morgen:
- Welches Vorhaben liegt mir am Herzen?
- Was will ich heute tun, das mir wirklich wichtig ist?
- Wie mache ich den heutigen Tag zu einem, der Sinn stiftet?
Und am Abend:
- Was habe ich heute getan, das mir wirklich wichtig war?
- In welchen Momenten spürte ich Sinn und Erfüllung?
Warum helfen solche Fragen?
Solche Fragen halfen mir, meine Erfolge tatsächlich zu würdigen! Denn erfolgreich leben bedeutet: Nicht nur das Ankommen am großen Gesamtziel zählt, sondern auch den Weg dorthin emotional zu erleben.
Wer seinen Erfolg erst bei 100 % Zielerreichung wahrnimmt, ignoriert eine wertvolle Quelle zur emotionalen Ernährung. Bereits realisierte Etappenziele stärken den Selbstwert. Unser Unbewusstes braucht kontinuierlich Erfolgserlebnisse, um einen positiven Motivationspegel zu gewährleisten.
Selbst die ersten Schritte eines langen Weges können enorme Motivationsschübe bewirken, wenn dadurch die Gravitationskraft der eigenen Komfortzone überwunden wird. Entscheidend ist, wie wir die eigene Leistung würdigen und wie wir die daraus resultierenden Konsequenzen im Gehirn abbilden.
Der zentrale Gedanke
Mein lieber Kollege Tom Rückerl beschreibt in seinem Buch Motivations-Coaching mit V.I.E.L Spirit einen zentralen Gedanken, der mich seit dem ersten Lesen begleitet.
„Wer den Kontakt zu seinen echten Bedürfnissen verliert, verliert auch den Zugang zu seiner Motivation.“
Das ist so klar wie unbequem. Aber eben auch befreiend. Weil es uns den Weg weist.
Eine Einladung
Heute Abend, bevor du den Tag abhakst, geh ihn noch einmal durch. Nicht nur, was du geschafft hast und was nicht. Sondern, wann du wirklich bei dir warst. Ganz da. Mit Kopf und Herz.
Und frage dich: „Welche Taten haben heute auf meine echten Bedürfnisse eingezahlt?“
Starke Fragen können hilfreicher sein als kluge Antworten.
Beim Schreiben dieses Textes kam mir eine Idee: Wie wäre es, wenn ich Tom direkt anspreche, um mehr über den Hintergrund des Zitats zu erfahren? Das Ergebnis hörst du im heutigen Audio-Impuls:
Bis bald
Rajiv

V.I.E.L Coaching Media
Rückerl, Patwardhan GbR
Elbberg 1
22767 Hamburg
[email protected]
www.viel-spirit.de